Die Menschenrechtsorganisation Südwind sieht die Herabstufung Österreichs im globalen Demokratie-Rating als ein Alarmsignal. Österreich wurde am 19.11. im globalen CIVICUS Monitor von ‚offen‘ auf ‚eingeengt‘ herabgestuft. Mit dem CIVICUS Monitor soll aufgezeigt werden, wie sich nationale Gegebenheiten auf Demokratie und die organisierte Zivilgesellschaft auswirken, indem die Rahmenbedingungen dafür anhand von zahlreichen Indikatoren und eigenen Erhebungen weltweit dargestellt und verglichen werden. CIVICUS wurde 1993 gegründet und zählt heute über 4000 Mitglieder in weltweit 175 Staaten. Die Menschenrechtsorganisation Südwind hat sich schon Ende August dieses Jahres besorgt gezeigt und dies in einer Presseaussendung artikuliert, als Österreichs Rating ‚under review‘ war, da auch in Österreich die Diskreditierung der Arbeit von NGOs und kritischen JournalistInnen keine Seltenheit ist.
Katholische Frauenbewegung fordert Systemwandel
Ruf nach „großer Transformation“ bei 60-Jahr-Feier der Aktion Familienfasttag der kfbö
„´ Teilen´ heißt für die Aktion Familienfasttag im 60. Jahr ihres Bestehens, sich aktiv für einen umfassenden, d.h. ökonomischen, ökologischen und sozialen Systemwandel einzusetzen mit dem Ziel, Gerechtigkeit und ein gutes Leben für alle Menschen dieser Welt sicherzustellen“, so Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs anlässlich des Festakts zum 60. Geburtstag der Aktion Familienfasttag der kfbö am 9. November in Salzburg. Die entwicklungspolitische Initiative der kfbö, mit der 1958 unter kfbö-Vorsitzender Herta Pammer erstmals Frauen aus Österreich für Frauen aus dem Globalen Süden aktiv geworden sind – mittlerweile in Zusammenarbeit mit mehr als 100 Projektpartnerinnen in Asien, Afrika und Lateinamerika – , hat mit einem Symposium zum Thema „Transformation“ und der Rolle des Empowerments von Frauen dabei am 9. und 10. November in Salzburg einen inhaltlichen Markstein gesetzt. Das von mehr als 100 Frauen und Männern besuchte Symposium war nicht nur Auftakt für die Arbeit am neuen Schwerpunkt der Aktion Familienfasttag, sondern versteht sich als „Paradigmenwechsel“ in der Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit der kfbö, die damit auf die großen Krisen der Zeit reagiert. mehr…
Orange the World
SDG-Ziel Nr. 5: Alle Arten von Diskriminierung gegen Frauen und Gewalt gegen Frauen beenden
Im Jahr 2016 kamen in Brasilien, meinem derzeitigem Dienstort, 30 Morde auf je 100 000 EinwohnerInnen; das sind etwa 30ig mal so viel wie im europäischen Durchschnitt[1]. Fast drei Viertel der Mordopfer sind nicht-weißer Hautfarbe, männlich und sehr viele zwischen 15 und 29 Jahren jung. Was Morde an Frauen angeht – 4,8 Morde auf 100 000 EinwohnerInnen und Tendenz deutlich steigend – liegt Brasilien weltweit an fünfter Stelle. Darüber hinaus muss auf das Phänomen des „Feminicidio“ eingegangen werden: die Tötung von Frauen, weil sie Frauen sind, im Zusammenhang mit häuslicher, sexueller oder reproduktiver Gewalt. 50 000 Akte sexueller Gewalt werden hierzulande jedes Jahr zur Anzeige gebracht; UN Women Brasilien geht freilich von einer Dunkelziffer von 1,35 Millionen Vergewaltigungen aus. Alle eineinhalb Stunden wird eine Frau in Brasilien getötet. Dabei verfügt Brasilien mit dem Gesetz Maria da Penha aus dem Jahr 2006 über ein an sich hervorragendes Gewaltschutz-Gesetz und auch über Frauen-Schutzinstitutionen. Wie so oft mangelt es an der Umsetzung. Mit finanzieller Unterstützung Österreichs arbeitete UN Women Brasilien Richtlinien zur Verfolgung von geschlechtsspezifischen Tötungen von Frauen in Brasilien aus, die nun auch in den 26 Bundesstaaten umgesetzt werden sollen.
mehr…
Klimacamps – das Herz der Klimagerechtigkeitsbewegung
„Klimacamps sind das Herz der internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung“, hieß es immer wieder in der Ankündigung des 3. Klimacamps in Österreich, das Anfang Juni im Weinviertel stattfand. Zumindest für Europa scheint das zuzutreffen, denn den Sommer 2018 konnte man von einem Klimacamp zum nächsten fahrend (am besten natürlich mit dem Fahrrad) verbringen – von Polen über Tschechien, Deutschland, die Niederlande bis hin zur Schweiz waren verschiedenste Destinationen dabei. In Österreich wurde das Camp von den seit 2015 unter dem Slogan „System Change, not Climate Change“ („Systemwandel statt Klimawandel“) arbeitenden Aktivistinnen und Aktivisten organisiert.
Christentum und Marxismus – zwei Wege und ein Ziel?
Eine Privataudienz, zu der Papst Franziskus im September 2014 den damaligen griechischen Oppositionsführer und heutigen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, Walter Baier von transform-europe und Franz Kronreif von der katholischen Fokolarbewegung eingeladen hatte, bildete den Startschuss für die Intensivierung des Dialogs zwischen ChristInnen und MarxistInnen. In der Evangelischen Akademie Wien gibt es seit mehr als 10 Jahren einen christlich-marxistischen Arbeitskreis – die ersten Dialogbemühungen gehen auf die 1960er Jahre zurück. mehr…
Zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut
1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen, aufgrund einer Initiative der Nichtregierungsorganisation ATD Vierte Welt, den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut.
Migrationsströme und Geldflüsse
Die österreichische EU-Ratspräsidentschaft steht unter dem Motto „Ein Europa, das schützt“, und die erste Priorität des Arbeitsprogramms lautet „Sicherheit und den Kampf gegen illegale Migration“ ins Zentrum zu rücken. Schwerpunkte im Dialog mit Afrika werden „die Behandlung von Krisensituationen und die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung“. Auf einem Sondergipfel soll „die Flüchtlingsthematik“ beraten werden.
Der Weg zur Prosperität
Stephan Schulmeister beschäftigt sich in „Der Weg zur Prosperität“ mit Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa: ‚Vor fünfzig Jahren herrschte Vollbeschäftigung, die Staatsverschuldung war zwanzig Jahre lang gesunken, der soziale und europäische Zusammenhalt war stärker als heute. Warum hat sich die Lage in Europa seither schleichend verschlechtert? Welche Einsichten braucht es, damit wir die gesellschaftliche Entwicklung nicht als „Sachzwang“ erleben, sondern als gestaltbar, und zwar von uns selbst? Welche Wege führen aus der Krise?‘ (S. 9) mehr…
Für eine Kultur der Nachhaltigkeit im 21. Jahrhundert
Vor rund drei Jahren – wenige Monate, nachdem Papst Franziskus seine Sozial- und Umweltenzyklika Laudato Si´ veröffentliche – einigte sich die internationale Staatengemeinschaft im Oktober 2015 darauf, dass es für die eine Welt, auf der wir leben, auch nur ein Entwicklungsparadigma geben kann. mehr…
Rohstoff Zuversicht
Dieser Blogbeitrag ist eine Reflexion. Anlass ist das, was immer noch „als in den Ruhestand treten“ bezeichnet wird, vielmehr aber der Übergang in eine Phase des „Tätigseins in Freiheit“ ist. Es ist eine Reflexion über politische Bildung, über soziale Verantwortung und über das, was sich mir als in diesen Feldern über Jahrzehnte Engagierte, als brennende Herausforderungen zeigt – gesamtgesellschaftlich und gerade auch für engagierte ChristInnen.










