Klimanotstand

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„Ihr wollt ja nur Schule schwänzen!“ und „Ihr seid ja nur Kinder, euch kann man nicht ernst nehmen!“ hört man öfters, und zwar von Menschen, die die inzwischen riesige Bewegung „Fridays For Future“ als Gruppe von Jugendlichen, die nicht in die Schule gehen wollen, abstempeln.

Diese Menschen sind häufig die, die Fakten rund um die Klimakrise abstreiten oder nicht ernst nehmen wollen. Sie wollen nicht sehen, dass wir nur noch ungefähr 18 Monate haben, um unsere Emissionskurve steil nach unten zu lenken (Stand: August 2019). Wenn wir dies nicht schaffen, haben wir keine Chance mehr, das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten – und das hätte katastrophale Folgen, die kein Mensch mehr kontrollieren kann.

Viele Menschen sehen auch nur viele junge Menschen auf der Straße Sprüche rufen. Was sie nicht wissen: wie viel Arbeit im Hintergrund geschieht. Vertreter und Vertreterinnen der Bewegung sind seit Monaten mit allen Österreichischen Parteien im Gespräch, mit dem bisher größten Erfolg, dass in der Nationalratssitzung am 3. Juli 2019 ein Vier-Parteien-Antrag für die Erklärung des Nationalen Klimanotstands gestellt wurde, der am 25. September abgestimmt wurde. Die Regionalgruppe Wien hat inzwischen eine Organisationsstruktur mit Arbeits- und Strategiekreisen, in denen sich derzeit rund 300 Menschen beteiligen. Auch die nationale und internationale Vernetzung ist bereits im Aufbau.

Viele Menschen sagen auch: „Ihr geht jede Woche auf die Straße und sagt, wo es Probleme gibt, bringt aber keine konkreten Lösungsvorschläge“. Lösungen vorzuschlagen ist aber nicht der Sinn dieser Bewegung. Es gibt sogar ein paar konkrete Forderungen, zum Beispiel der Klimanotstand und die Ökosoziale Steuerreform. Wir sehen es aber nicht als unsere Verantwortung, als Jugend den erwachsenen Politikerinnen und Politikern vorzukauen, was sie tun oder lassen sollten. So gibt es die zentrale Forderung der Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels, die Lösungen, wie man dort hinkommt, hat die Wissenschaft schon seit langem. Die meisten Menschen, die bei den Streiks von Fridays For Future dabei sind, haben Angst um ihre eigene Zukunft, die Zukunft ihrer Geschwister, die Zukunft ihrer Kinder und die Zukunft ihrer Enkelkinder. Und keiner von ihnen wird aufhören zu streiken, bis diese Zukunft für alle auf dieser Welt gesichert ist.

Autorin

Tabea Kletzer (15), Schülerin und Fridays For Future Aktivistin